Jubiläum im Maleizen

An Allerheiligen 1997 hat Pfarrer Emiel Herroelen (Pastor Herroelen) in der halbrenovierten Kapelle des „Alten Klosters“ in Maleizen (Belgien) zum ersten Mal die Heilige Messe gefeiert – zum ersten Mal, seitdem die Schwestern vom Unbefleckten Herzen Mariens ihr langjähriges Mutterhaus Anfang der 1970er Jahre aufgegeben hatten. Nachdem Pastor Herroelen aus Gesundheits- und Altersgründen 2009 das Haus verlassen musste, drohte es erneut zu verwaisen – bis die Verantwortlichen auf die SJM aufmerksam wurden. Seit dem Sommer 2012 wirken wir zusammen mit anderen Initativen in diesem Haus nahe der europäischen Hauptstadt. Inzwischen besteht dieses geistliche Zentrum also bereits 20 Jahre. Grund genug, dieses Jubiläum festlich zu begehen.

Die Feierlichkeiten wurden mit der Vesper am Samstagabend eröffnet. Es folgte ein Konzert. Aufgeführt wurde das Stabat Mater von Giovanni Battista Pergolesi. Über hundert Zuhörer füllten die Kapelle, wie auch den Festsaal zum anschließenden Empfang.

Der Sonntag wurde mit einer feierlichen Festmesse eröffnet. Das Jubiläum lockte auch alte Freunde, Bekannte und Pfarrkinder von Pastor Herroelen zurück nach Maleizen. Anschließend wurde im Festsaal das Mittagessen serviert: Vol-au-Vent mit Fritten – flämischer geht es nicht! Nach Kaffee und Kuchen erwartete die Gäste am Nachmittag eine Vortragsreihe über die „Neuevangelisierung“. Als Referenten waren drei Priester und einen Philosophieprofessor zu Gast. Stephane Mercier ermunterte die Zuhörer, keine Angst vor der Argumentation zu haben. Mit praktischen Beispielen und dem nötigen Humor entlarvte er die Unlogik so mancher weitverbreiteter Denkmuster. Tyberghien, Programmdirektor von Radio Maria Belgien, stellte danach das Radio als Medium der Evangelisierung vor. Der dritte Referent war Filip De Rycke, Regens vom Priesterseminar des Bistums ´s Hertogenbosch und Leiter des katholischen Verlages Betsaida. Aufgrund des relativ kleinen Sprachraumes ist die Herausgabe von theologischen und geistlichen Büchern auf Niederländisch keine Selbstverständlichkeit. Die Branche ist auf ehrenamtliche Übersetzer und Mitarbeiter angewiesen. Doch die Mühe lohnt sich: das Interesse und die Verkaufszahlen steigen. Als letzten Sprecher begrüßten wir Pfarrer Andy Penne, der genauso wie Filip De Rycke ein „Zögling“ von Pastor Herroelen ist. Aufgrund des Rückganges der religiösen Praxis in Belgien sind viele Pfarrer entmutigt und fühlen sich hilflos. Statt zu resiginieren, hat sich Pastor Penne Gedanken darüber gemacht, wie er die Menschen heute erreichen kann. Bei seinem Vortrag berichtete er unter anderem von seinem Facebook-Apostolat und seinem Youtube-Katechese-Kanal.

Die gemeinsame Botschaft der vier Referenten an die Gläubigen lautete: Die Neuevangelisierung geht jeden an und die Möglichkeiten sind vielfältig! Diesem Anliegen verschreibt sich auch die SJM in Belgien!